Nach über 20 Jahre Engagement, Innovation und praxisnaher Wirtschaftserfahrung heißt es nun Abschied nehmen: Die Abteilung Eco Solar der schulischen Juniorenfirma beendet ihr erfolgreiches Projekt „Bürgerprojekt Wangener Sonnenpark GbR“ nach über 20 Jahren. Was 2004 als schulisches Projekt begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem beeindruckenden Beispiel für gelebte Schülerunternehmenspraxis – und prägte Generationen von engagierten Jugendlichen.
Eine Erfolgsgeschichte mit Strahlkraft
Schon im Jahr 2000 gab es erste Überlegungen zur Nutzung der Sonnenenergie als schulisches Projekt, doch 2002 wurde es dann konkret: Ein Solarprojekt sollte realisiert werden. Dafür gegründet wurde Eco Solar mit dem Ziel, Schüler*innen frühzeitig für erneuerbare Energien und wirtschaftliches Denken zu begeistern. Die Idee: Eine Schülerfirma, die sich praxisnah mit dem Thema Solarenergie auseinandersetzt. Im Mittelpunkt standen die Installation von drei Anlagen an passenden Orten und die Finanzierung dieser Großprojekte: Die Investitionssumme von 880.000 € für die Photovoltaikanlage auf der Fahrzeughalle der Autobahnmeisterei in Herfatz wurde als Bürgergesellschaft mit 56 Beteiligten gestemmt, die Investoren erwarben dabei verschieden große Anteile zu mindestens 2.000 Euro an dem Projekt. Für die zweite PV-Anlage im Wert von 290.000 €, die auf dem Turnhallendach der Berger-Höhe-Schule realisiert wurde, gelang eine vollständige Finanzierung mit Hilfe einer „Sonnen-Anleihe“, bei der die Anleger dank einer guten Verzinsung als Fremdkapitalgeber gewonnen werden konnten. Beide Projekte liefen jetzt 2024 und 2025 aus, so dass nun noch die dritte Anlage auf dem Dach des Beruflichen Schulzentrum Wangens von der Eco Solar betreut wird.
Arbeit der Schüler*innen
Über die Jahre hinweg wuchs Eco Solar zu einer festen Institution an der Schule – nicht nur als Projekt, sondern als Lernort für Teamarbeit, Eigenverantwortung und Unternehmergeist. Viele ehemalige Mitglieder erinnern sich heute noch an ihre Zeit in der Juniorenfirma – oft war sie entscheidend für ihren späteren Berufsweg. In einem Seminarkurs zum Thema „Erneuerbare Energien“ und auf zahlreichen Präsentationen wurde die Idee der Photovoltaik veranschaulicht und bekam etliche Preise und Auszeichnungen: zwei Preise von der Landesstiftung Baden-Württemberg, den Deutschen Solarpreis 2004 sowie eine Auszeichnung vom Bundesumweltministerium. Legendär waren in dem Zusammenhang die Fahrten zu den Preisverleihungen mit Ausstellungen zu den Projekten nach Stuttgart oder Berlin.
Ein Vermächtnis bleibt
Obwohl die großen Projekte von Eco Solar nun beendet wurden, lebt das, was sie vermittelt haben, in den Herzen und Köpfen der Beteiligten weiter.
„Es ist kein Abschied mit Wehmut, sondern mit Stolz", betonte die betreuende Lehrkraft Gerhard Paulußen bei der letzten Gesellschafterversammlung des Bürgerprojekts, bei der es letztmalig einen Rückblick auf das Geschäftsjahr 2024 gab. Es lag schon etwas Wehmut in der Luft, als die Anteilseigner sich zum letzten Mal trafen, die das Projekt auch mit einer guten Portion Idealismus begonnen hatten, steckte die Solarenergie damals doch noch in den Kinderschuhen. (Bild)
Die Schule plant, die Arbeit von Eco Solar in anderer Form weiterzuführen – etwa durch neue Projektformate rund um Nachhaltigkeit und Unternehmertum.
Der Wandel der Zeit – und das würdige Ende
Doch auch gute Dinge haben ein Ende. Das Projekt war von vorneherein auf 20 Jahre geplant worden und konnte nun wie erwartet beendet werden.
Zum Abschluss bedankt sich die Schulgemeinschaft bei allen Unterstützer*innen, Partnern und vor allem bei den zahlreichen engagierten Schülergenerationen, die Eco Solar zu dem gemacht haben, was es war: eine echte Erfolgsgeschichte.
